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Ziele setzen: Warum “Fitness” ein katastrophaler Vorsatz ist

Ziele setzen und erreichen, Fitness ist ein fatales ZielFitness ist ein katastrophales Ziel, fit werden ein fataler Vorsatz.

Ich bin mir sicher, dass ich mit diesem Blogpost einigen Menschen auf die Füße treten werde, und es ist mein purer Ernst. Sicherlich, Fitness klingt nach einem fantastischen Ziel, fit werden nach einem tollen Vorsatz. Und genau deswegen kann Dich das Ziel “Ich will fit werden” völlig in die Irre führen.

Zum Glück ist der Zeitpunkt – nämlich JETZT – perfekt, um das drohende Unheil noch einmal abzuwenden. Ich sage Dir wie und warum.

Warum Fitness ein fatales Ziel ist

Ganz einfach, Fitness ist kein SMARTes Ziel. Bei genauerem Hinsehen ist körperliche Fitness das genaue Gegenteil: nämlich ein dummes – weil völlig diffuses – Ziel. Und zwar aus folgenden Gründen.

1. Fitness ist nicht S wie spezifisch

Fitness ist ein Zustand, aber es ist kein Ziel. Die Vorstellung, dass Du wie von magischen Händen getragen in einem körperlichen fitten Zustand umherfliegen könntest, während Du “gesunde” Dinge isst, hat zwar was – ist aber kein Ziel.

Es ist Nebel in Tüten – kein spezifisches Ziel.

2. Fitness ist nicht M wie messbar

Was nicht spezifisch ist, ist auch nicht messbar. Wie willst Du körperliche Fitness messen? Es gibt keinen Punkt, an dem Du sagen kannst: “So, da bin ich! Das war es wert – ich habe mein Ziel erreicht. Und ich weiß, dass ich es erreicht habe. Denn ich kann es messen.”

Finde den Fehler! Hier eine Liste möglicher Ziele. Eins gehört nicht dazu:

  • 150 kg Kreuzheben,
  • 20 Klimmzüge am Stück,
  • 10 km in unter 40 Minuten laufen,
  • 42,195 km am Stück laufen,
  • körperlich fit sein.

Diese Ziele sind alle unfassbar spezifisch – mit einer Ausnahme. Entweder Du erreichst sie, oder eben nicht.

  • 150 kg Kreuzheben: Entweder Du kannst es, oder nicht.
  • 20 Klimmzüge am Stück: Entweder Du schaffst sie, oder nicht.
  • 10 km in unter 40 Minuten laufen: Entweder Du bist schneller als 40 Minuten, oder nicht.
  • 42,195 km am Stück laufen: Entweder Du kommst ins Ziel, oder nicht.
  • körperlich fit sein: WTF????

Das Thema mit der körperlichen Fitness ist: es ist keine spezifische, messbare Definition. Es ist einfach … was auch immer es ist. Wahrscheinlich hat jeder von uns eine andere Vorstellung davon, was es für sie, für ihn ist.

3. Fitness ist nicht R wie realistisch.

Was bedeutet “fit sein” für Dich? Vielleicht verbindest Du es mit einem bestimmten Körpergewicht, Körperfettanteil, Bizepsumfang, einem Four-, Six- oder Eightpack. Möglicherweise heißt es aber auch, dass Du eine bestimmte Strecke am Stück laufen kannst, mit Deinen Kindern 2 Stunden auf dem Spielplatz toben kannst, ohne in Atemnot zu kommen. So lange Du das, was Fitness für Dich bedeutet, nicht bewusst festlegst, wirst Du nie wissen, ob Du schon da bist.

Fitness ist zwar ein schöner Begriff, der gute Gefühle macht. Fitness als solche ist aber nicht erreichbar! Fitness ist und bleibt diffus, unklar, nebulös, schwammig …

4. Lerneffekt gleich Null

Die meisten Menschen wollen fit werden, fit sein, fit bleiben. Aber weil sie Fitness nicht messen können und nicht wirklich erreichen können, können sie ihre Energie – das, was sie tun können, um ihr “Ziel” zu erreichen – auch nicht wie einen Laserstrahl auf einen Punkt fokussieren. Es ist eher so, als würden sie mit einer alten 100-Watt Birne eine große Nebelwolke anstrahlen, in mitten derer sie stehen – auf der Suche nach ihrem Ziel. Und dann wundern sie sich, dass die ganze Energie nicht dazu führt, dass sie eine leiseste Ahnung haben, wo sie nun hingehen sollen.

Also tun sie irgend etwas, gehen in irgendeine Richtung, probieren einen neuen Trainingsplan aus, eine neue Diät, und das vielleicht auch mit einer ungeheuren Anstrengung, vielleicht auch mit wahnsinnig viel Disziplin. Aber da das Ziel nicht feststeht, wissen sie noch nicht einmal, ob sie der Aufwand auch nur ein Jota näher an ihr Ziel führt.

Das führt dazu, das viele Menschen mit viel Getöse auf der Stelle laufen.

Warum klare, eindeutige Herausforderungen?
Warum SMARTe Ziele setzen?

Ziel erreicht!Was wolltest Du immer schon einmal können? Was begeistert Dich so sehr, dass Du die Vorstellung, dort zu sein kaum aushalten kannst?

Ich rede von SMARTen Zielen, die sich in einigen wesentlichen Punkten von dem oben genannten Nebel in Tüten abheben. Sie sind konkret, differenziert – und zugleich herausfordernd und damit spannend!

1. Sie sind spezifisch und realistisch erreichbar

Welche Herausforderung möchtest Du Dir setzen? Vielleicht etwas, was Du bisher für unmöglich und unerreichbar gehalten hast? Machs spezifisch, lege es fest – und dann TU WAS dafür.

Warte nicht. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Wenn Du es wirklich willst, dann kannst Du alles dransetzen, um es auch zu erreichen.

2. Sie sind messbar

Herausforderungen sind messbar. Entweder Du reißt die Latte, lernst draus, bleibst dran und versuchst es später noch einmal – oder Du nimmst die Hürde, bist stolz auf Dich und setzt Dir das nächste Ziel. Es gibt keine Grauzone – nur Klarheit.

Klingt Dir das zu tough? Dann ist es vielleicht kein Ziel, das Dich wirklich begeistert. So begeistert, wie ein kleines Kind, das sich wochenlang auf Weihnachten freut – bis dann der magische Moment endlich in greifbare Nähe rückt.

Falls das nicht reicht, ist eine Herausforderung gefühlte 1000-mal energetisierender als im Niemannsland umherzuirren und nicht zu wissen, wo Du stehst.

Was ist, wenn Du scheiterst? Ich glaube nicht ans Scheitern. Klar gibt es im ersten Moment besseres, als festzustellen, dass das, was Du probierst, nicht funktioniert. Das ist nicht schlimm, im Gegenteil, es ist gut – denn Du hast wertvolle neue Informationen – Feedback, das Dir auf Deinem weiteren Weg helfen wird.

Jetzt kannst Du – gewappnet mit der neuen Erfahrung – etwas anderes probieren, einen neuen Ansatz testen.

Ziele sind messbar, entweder Du erreichst sie oder Du erreichst nicht. Es gibt kein “vielleicht”.

3. Du lernst und entwickelst Dich weiter

Was mich am meisten an SMARTen Zielen begeistert ist, dass wir daraus lernen können. Du kannst so gut wie alles für 30, vielleicht für 60 oder gar 90 Tage testen.

  • Wenn Du einen Marathon laufen willst, musst Du keine 10 Jahre Deines Lebens dafür opfern. Wenn Du 5-10 km am Stück laufen kannst, nimm Dir erst einmal 3 Monate Zeit fürs Training. Was für eine kurze Zeit, gemessen an unserer Lebensspanne!
  • Wenn Du ein Sixpack bekommen möchtest, brauchst Du dazu nicht 4 Stunden am Tag zu trainieren wie Arnold Schwarzenegger. Du nimmst Dir für 90 Tage eine Stunde am Tag Zeit, in der Du etwas dafür tust, Dein Ziel zu erreichen. Vielleicht passt Du erst einmal für 30 Tage Deine Ernährung an, gerne auch in kleinen Schritten. Und dann freust Du Dich über die ersten Erfolge – und zwar Tag für Tag!
  • Und was das Kreuzheben angeht: auch hier musst Du keinen neuen Weltrekord aufstellen. Du setzt Dir Dein eigenes, realistisches Ziel und dann erreichst Du es.

Ziele setzen, Herausforderungen meistern ist nicht nur effektiv, sondern es bringt auch unheimlich viel Spaß! Und mit jeder kleinen Maßnahme, die Du ergreifst, lernst Du. Entweder sie bringt Dich näher an Dein Ziel – oder eben nicht.

Wenn das “Ziel” im dichten Nebel liegt, dann lernst Du gar nichts. Du trittst auf der Stelle, gehst im Kreis ohne es zu merken. Vielleicht machst Du sogar Rückschritte.

Vielleicht änderst Du Deine Ernährung, gehst dreimal pro Woche ins Fitnessstudio. Was es auch ist, das Du tust, Du hast wahrscheinlich keinen motivierenden Plan, entwickelst keine fokussierten Gewohnheiten. Und Du schaffst es, Dich langfristig so zu ändern, dass es Dich zufriedenstellt.

Wenn Dein Ziel im Nebel liegt, können Deine nächsten Schritte gar nicht klar sein. Herausforderungen ändern das.

  • Wenn Du einen Marathon laufen willst, trainierst Du, bis Du Deinen Körper und den Effekt des Trainings verstehst und in der Lage bist, den Marathon tatsächlich zu laufen.
  • Wenn Du 10 kg abnehmen möchtest, lässt Du Dir von Deinem Fitness Coach einen Ernährungsplan erstellen, der Dir Spaß macht und den Du verstehst. Du lernst, wie Du Dein Ziel erreichst und hältst.
  • Wenn Du Dein Gewicht beim Kreuzheben erhöhen möchtest, lernst Du die richtige Technik, und trainierst nach einem maßgeschneiderten Trainingsplan, mit dem Du Dein Ziel erreichen kannst. Und dann wirst Du so stark, dass Du die Herausforderung meisterst.

Es ist völlig in Ordnung und absolut normal, wenn Du anfangs zwar ein SMARTes Ziel hast, aber keinen blassen Schimmer, WIE Du dorthin kommst. Das WIE wirst Du erst dann mit 100-prozentiger Genauigkeit kennen, wenn Du Dein Ziel ERREICHT hast.

Wenn Du Dir Menschen suchst, die schon einen Schritt weiter sind, und die Dich auf Deinem Weg unterstützen können, dann kannst Du den Weg zu Deinem Ziel ganz sicher um einiges abkürzen – oder Du ziehst auf eigene Faust los und machst Deine eigenen Fehler und Erfahrungen – und lernst daraus.

Fitness = Faulheit?

Fitness ist Faulheit. Damit möchte ich nicht sagen, dass Du faul bist, wenn Du einfach drauflos trainierst. Wenn Du Dir “Fitness” als Ziel setzt, dann bist Du im Ziele setzen faul. Es ist schön einfach, Du musst Dich nicht mit Deinen eigentlichen Wünschen auseinander setzen und jeder in Deiner Bekanntschaft wird es akzeptieren – Du eckst nicht an und Du kannst auch nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Schön bequem.

Niemand wird Dich dafür verantwortlich machen können, dass Du Dein Ziel nicht erreicht hast – woher auch? Das Ziel ist unspezifisch und nicht messbar.

Wenn wir voran kommen wollen, wollen wir uns entscheiden:

  • Wenn Du ein Sixpack willst, sag es!
  • Wenn Du einen Marathon in 2:59:59 laufen möchtest, sag es!
  • Wenn Du 150 kg kreuzheben möchtest, sag es!
  • Wenn Du 10 einarmige Liegestütze schaffen willst, sag es!
  • Wenn Du einen Körper wie das Covermodel auf der letzten Men’s/Women’s Health haben möchtest, sag es!

Und dann los, tu etwas dafür! Mach den ersten Schritt! Hol Dir einen Fitness Coach, lies Bücher oder such Dir Sportfreunde, die weiter sind als Du und Dir als Mentor zur Seite stehen.

Wenn Du nicht über Deine Ziele sprichst, sie nicht niederschreibst – zum Beispiel als Kommentar unter diesen Artikel – oder malst, wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht weiter kommen.

Trau Dich, sag, was Du wirklich willst!

Das gilt für Deine Fitness. Und fürs Leben.

Wenn Du Dir richtige Ziele setzen willst, werde Dranbleiber!

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Klare Ziele setzt, die Dich jeden Tag aufs Neue begeistern.
Schlechte Gewohnheiten dauerhaft durch gute ersetzt
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Wenn Du Teil einer Gemeinschaft von Dranbleibern sein willst, die etwas dafür TUN, um ihre Ziele zu erreichen und andere dazu anhalten, das Gleiche zu tun, mach mit.

Wenn Du herausfinden möchtest, wozu Dein Geist und Dein Körper in der Lage sind, und wenn Du lieber heute die Initiative ergreifst als von morgen zu träumen, mach mit.

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Kommentare

  1. Jean-Marc meint:

    Hallo, sehr guter und anschaulicher Artikel mit vielen konkreten Hilfen. Mehr davon – insbesondere im Podcast sind konkrete Handlungsanweisungen sicherlich willkommen. Beste Grüße!

  2. Daniel meint:

    oder: 10cm weniger Bauchumfang ;-)

  3. Kathrin meint:

    Ziele 2013:
    - Marathon in 3:59:59 (mein erster, nachdem mir der letztes Jahr durch einen Fersensporn versaut wurde) im Oktober
    - Bankdrücken sicher 85kg
    - HM sub 1:55

    Und noch einiges andere .. Kraft- und Laufmäßig ;-)
    Schöner Artikel!!!

    Danke
    Kathrin

  4. Naja. Ich verstehe schon Deinen Ansatz.
    Jedoch kann “fit werden” durchaus ein valides Ziel sein. Ich selbst hatte es genau so formuliert, und zwar nach meiner Herz-OP, die mich quasi bewegungsunfähig aufs Sofa bannte. Damals war das genau, was ich wollte: fit werden. Ich konnte es ja kaum anders formulieren, denn jede körperliche Anstrengung brachte mich außer Atem. Bankdrücken? Unmöglich. 10 km? Einer hätte gereicht.
    Und so wollte ich für mich einfach nur fit werden. Ich begann zu laufen, und es war völlig egal, in welcher Zeit ich welche Distanz schaffte. Es reichte, daß ich das tat. Eine Messung des Erfolges war gar nicht möglich, denn ich konnte ja kein Ziel formulieren: ich wußte gar nicht, ob ich überhaupt dazu fähig sein würde. Aber eins wußte ich: rumsitzen und nichts tun, das war nicht gut.
    Mittlerweile würde ich sagen: ja, ich habe mein Ziel erreicht. Ich bin fit! Und jetzt kann ich darangehen, neue, präzisere, anspruchsvollere Ziele zu formulieren. Und ich weiß, daß ich sie erreichen kann!
    Aber alles schön langsam, eins nach dem anderen.

    • Hi Sancho,

      danke für Deinen Kommentar!

      Ich habe größten Respekt vor dem Willen und Biss, den Du nach Deiner OP entwickelt hast, um den Alltag wieder ohne Anstrengung bewältigen zu können. Und ich bin völlig bei Dir, ein “Ziel” muss kein Marathon sein, es müssen auch keine 150 kg im Kreuzheben sein, es kann auch so etwas sein wie: Ich möchte wieder 5 Minuten laufen können.

      Und nach dem, was Du schreibst, habe ich den Eindruck, Du hattest schon eine klare Vorstellung davon, was “fit sein” für Dich ganz speziell in Deiner Situation bedeutete. Laufen können, die Dinge im Alltag tun, die Du früher getan hast.

      Ich freue mich sehr, dass Du Deine Geschichte hier schreibst! Denn sie macht uns klar, wie dankbar wir für die kleinen Dinge im Alltag sein dürfen – und zwar jeden Tag – die wir oft ohne darüber nachzudenken als “normal” oder “selbstverständlich” ansehen: Unsere Gesundheit, dass wir morgens aus dem Bett springen und auf einem Bein stehend Zähneputzen können, beispielsweise… ;)

      Weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg und alles Gute,

      Mark

  5. Mein Ziel ist 100 Liegestütze an einem Stück!!!

  6. Franz Herrmann meint:

    Ich möchte eine Strandfigur haben.

  7. Oleksandr Tokunov meint:

    Fitness is a lifestyle!

  8. Hey Mark,

    erstmal ein ganz großes Lob für deine Arbeit bei NGA (darüber bin ich auf diese Seite aufmerksam geworden) und für die Qualität deiner Artikel hier. Das hat mir wirklich geholfen, wieder richtig Spaß am Laufen zu kriegen. Keine Angst vor großen Zielen, keine belanglosen und unterfordernden Läufe mehr, stattdessen: Münchenmarathon 2013.

    Gruss

    Jan

    • Hey Jan,

      ich fühle förmlich die Begeisterung und Power mit der Du jetzt dranbleibst, wenn ich Deine Zeilen lese!
      Genau das ist meine Motivation, mein Antrieb solche Artikel wie diesen hier zu schreiben und NGA mitzugestalten.

      Danke für Deinen Kommentar und viel Spaß und Erfolg im Training!
      Mark

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