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Wladimir Klitschko: Wie motiviert sich der Box-Weltmeister?

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Wladimir Klitschko ist die unangefochtene Nummer 1 im Schwergewichts-Boxen: In den letzten 16 Jahren seiner Karriere als Profiboxer fuhr der amtierende Weltmeister 58 Siege ein – bei nur drei Niederlagen.

Zu einer solchen Erfolgsbilanz gehören nicht nur Nerven aus Stahl – sondern auch ein eiserner Wille. Wie motiviert sich “Dr. Steelhammer” jeden Tag aufs Neue zum Training? Und vor allem …. was können wir von ihm lernen?

Wladimir Klischko: Cool, sympathisch, authentisch.

Für mich geht ein langjähriger Traum in Erfüllung, als ich den amtierenden Weltmeister im Schwergewichts-Boxen bei einem Presse-Event der Fitness-Studiokette McFit treffe. Mein erster Eindruck von “Dr. Steelhammer”: Er ist cool, sympathisch, authentisch und strahlt eine bodenständige Gelassenheit aus.

Aufhänger des Events ist ein neues Workout-Format namens Cybertraining, das McFit in immer mehr deutschen Studios einführt. Anstelle eines realen Trainers wird das Gruppen-Workout von einem virtuellen Fitness Coach geleitet, der der Gruppe von der großen Leinwand aus einheizt. McFit kann durch dieses Format natürlich auf der einen Seite die Kosten für Gruppen-Trainer einsparen. Auf der anderen Seite bietet die Studiokette die sehr aufwändig produzierten Kurse in der Gruppe nun rund um die Uhr an und will die Trainerpräsenz in den Studios erhöhen.

Und nun schließt sich der Kreis: Wer würde beim Workout nicht gerne vom weltbesten Boxer angeleitet werden? Wladimir Klitschko ist der virtuelle Coach beim neuen Box-Workout, einer der “Geschmacksrichtungen” des Cybertrainings und stellt seine Session auf dem Presse-Event persönlich vor.

Die Daten sprechen für sich, und das ist wahrscheinlich auch der Grund warum Klitschko auch trotz aller Innovationen auf diesem Event allem anderen die Schau stiehlt: Wladimir Klitschko ist einer der erfolgreichsten Boxer aller Zeiten.

Lassen wir die Zahlen, Daten, Fakten mal ZDF sein – die spannende Frage ist doch…

Was steht zwischen den Zeilen?”

Oder wenn Du es so willst: Was für eine Persönlichkeit ist Wladimir Klitschko? Wie “tickt” ein Weltklasse-Athlet? Und was können wir von ihm lernen?

Im Verlauf des Events habe ich Gelegenheit, Wladimir Klitschko eine etwas ungewöhnliche Frage zu stellen. Und seine Antwort verrät, dass auch er die gleiche Motivations-Strategie fährt, die die meisten erfolgreichen Athleten sich zu eigen gemacht haben. Mehr darüber, wie der Box-Champion sich Tag für Tag zum Training motiviert, erfährst Du in meinem Kurz-Interview weiter unten.

Wer ist Wladimir Klitschko?

Wladimir Klitschko ist einer der bekanntesten Sportler – nicht nur hierzulande – und seine Körpermaße beeindrucken sogar Bodybuilder:

  • Gewicht: 111 kg
  • Größe: 1,98 m
  • Brustkorbumfang: 1,20 m
  • Oberarm: 46 cm
  • Unterarm: 43 cm
(Quelle: Wikipedia)

Der Olympiasieger von 1996 ist ein hochintelligenter Athlet. Nicht, weil er einen Doktortitel trägt. Körperliche Fitness alleine ist zu wenig, um im Boxring erfolgreich zu sein. Uneingeschränkte Motviation, mentale Fitness und emotionale Dominanz sind die gedanklichen Fähigkeiten, die ein Weltklasse-Boxer mitbringen muss.

Dass Wladimir Klitschko auch hier auf Weltklasse-Niveau kämpft, zeigt der im Video aufgezeichnete verbale Schlagabtausch zwischen David Haye und ihm aus dem vergangenen Jahr, bei denen er Nerven aus Stahl zeigt.

Wie behält Wladimir Klitschko in einer solchen Situation die Kontrolle über seine Emotionen trotz offensichtlicher Provokation durch seinen Gegner? Eine Situation, die dem Kampf im Boxring übrigens sehr ähnlich ist.

Auch hier setzt er auf Sieg – und das ist ein Faktor, den wir auch in seiner Motivations-Strategie wiederfinden werden.

Exzellenz modellieren: Was können wir von Wladimir Klitschko lernen?

Wladimir Klitschko, McFit, MarathonFitness, Mark MaslowGestern sprach ich mit einem Bekannten darüber, wie lange wir Menschen brauchen, um eine Kraftübung für Fortgeschrittene wirklich sicher zu beherrschen.

Um ein neues Bewegungsmuster sicher zu beherrschen, musst Du die Bewegung 500 Mal durchgeführt haben,” sagte er mir.

Ob die Zahl 500 wirklich stimmt, kann ich Dir nicht sagen. Aus dem Bauch heraus klingt die Größenordnung für mich richtig. Und das Prinzip stimmt: Konstante Wiederholung macht den Meister.

Mit unseren Denkmustern ist es nicht anders: Erfolg im Denken kann trainiert werden, Motivation kann erlernt werden. Und wenn wir wissen, wie Wladimir Klitschko es tut – wer hindert uns daran, seine Motivationsstrategie einfach zu kopieren und für uns anzuwenden?

Wie wäre es also, wenn Du Dich für den nächsten langen Lauf oder die kommende Einheit im Fitnessstudio wie ein echter Box-Champion motivieren könntest?

Und aus diesem Grund stellte ich “Dr. Steelhammer” in der Pressekonferenz auch eine eher ungewöhnliche Frage  …

Eine Frage, Dr. Steelhammer …

MarathonFitness: ”Sicherlich gibt es Tage, an denen Du morgens aufstehst und wenig Lust auf Dein Training hast. Wie schaffst Du es, Dich dann zu motivieren?”

Wladimir Klitschko: ”Ich bin daran gewöhnt, mich zu motivieren. Ich trainiere zweimal am Tag. Ein normaler Sportler geht vielleicht jeden zweiten Tag zum Training – bei mir ist es zweimal am Tag.

(überlegt kurz)

Ich bin sehr beeindruckt gewesen von Mariusz Wach, zum Beispiel – es ist immer gut von der Theorie in die Praxis zu gehen… [Anm. MarathonFitness: Wladimir Klitschko kämpft am 10. November 2012 in Hamburg gegen Mariusz Wach]

Als ich den Typen zu ersten Mal sah, habe ich ihn zuerst einmal von unten nach oben angeschaut – das war bei zwei Presseveranstaltungen, einmal in Warschau, einmal in Hamburg. Und dann motiviere ich mich automatisch, denn später werde ich ihm im Ring gegenüberstehen und einer von uns wird verlieren.

(lacht)

Und meine Motivation ist: Ich möchte nicht der Verlierer sein!

Und genau deswegen kann ich auch jeden Tag um 7 Uhr aufstehen, morgens beim ersten und abends beim zweiten Training alles geben und mich mit voller Konzentration an mein Trainingsprogramm halten.

Deswegen habe ich mit der Motivation gar kein Problem:

Meine Motivation ist es, auf der Siegerseite und nicht auf der Verliererseite zu stehen, wenn ich am 10 November Mariusz Wach gegenüber stehe!”

Neben dem persönlichen Shake-Hands mit dem Box-Weltmeister (ja, es gibt ein Beweisfoto!) fasziniert es mich schon lange zu verstehen, wie exzellente Sportler denken. Ich habe Wladimir Klitschko insgesamt 90 Minuten lang persönlich erlebt und neben meiner Frage zu seiner Motivationsstrategie, die wir gleich noch etwas auseinander nehmen werden, steht für mich fest: Der Mann weiß, was er will und hat trotz seiner Erfolge den Boden unter den Füßen nicht verloren.

Die Motivations-Strategie von Wladimir Klitschko

Dass der Box-Champion eine exzellente Motivations-Strategie haben muss, zeigen seine Erfolge. Lass uns nun im Detail analysieren, wie genau Wladimir Klitschko vorgeht.

Wladimir Klitschko tut vier Dinge wirklich exzellent, um sich zu motiveren:

  1. Der Champion hat ein Ziel, an dem sein Herzblut hängt: Der Box-Kampf gegen den bisher ungeschlagenen polnischen Profiboxer Mariusz Wach ist eine echte Herausforderung für den amtierenden Weltmeister – und er ist mit Begeisterung bei der Sache.
  2. Klitschko “erlebt” sein Ziel. Aus dem Interview-Text oben geht es vielleicht nicht unbedingt hervor, aber ich konnte es ihm ansehen, als er auf meine Frage antwortete: Der Boxer sieht, hört und fühlt die Situation in Gedanken im iMAX-Filmformat und in Dolby Digital, wenn er daran denkt, wie er als Champion aus dem Kampf gegen Mariusz Wach hervorgeht.
  3. Wladimir Klitschko kennt den Weg zum Ziel: Und sein Weg ist Training und ein klarer Trainingsplan, den er mit voller “Konzentration” durchzieht.
  4. Er kennt die negativen Konsequenzen: Der Champion hat ein glasklares, großes und farbiges Bild davon, was passiert wenn er am 10. November nicht perfekt vorbereitet in den Ring steigt. Dann besteht die Möglichkeit, dass er verliert. In der Psychologie nennt man dies “Von-Weg-Anker”, das ist der Nachbrenner in der Motivations-Strategie. Das Ziel zieht ihn mit Begeisterung nach vorne, und der Nachbrenner gibt Schub von hinten.

Diese vier Elemente nennt man im Neurolinguistischen Programmieren auch “Propulsion System” – der englische Begriff für das Antriebssystem einer Rakete. Und wenn wir uns die Erfolge des Sportlers ansehen, passt das Bild doch ganz gut – oder?

Jetzt wird es spannend: Wir bauen uns unser eigenes Propulsion System!

Motiviert wie ein Champion: How-To

Wenn Du Dich ab sofort wie Wladimir Klitschko motivieren möchtest, überträgst Du einfach die vier Elemente seiner Motivationsstrategie auf Dich, Dein Umfeld und Deine Ziele – und baust Dir damit Deinen eigenen Raketenantrieb:

  1. Definiere Dein Ziel. Das ist der zentrale Punkt! Du brauchst ein klar definiertes, smartes Ziel, das Dich wirklich begeistert. Wenn Du ein Ziel hast, das dich nicht wirklich mitreißt, dann ist es als wenn Klitschko gegen einen B-Klasse-Boxer antreten würde. Wahrscheinlich würde er dann morgens um 7 einfach liegenbleiben und nicht das Maximum aus seinem Training rausholen. Also prüfe für Dich ab, dass Dein Ziel die Kriterien erfüllt, die ich hier definiert habe – damit ist der erste Schritt getan.
  2. Mach Dein Ziel groß. Damit meine ich, lass Dein Ziel in Gedanken so richtig aufleben und zwar mit allen (inneren) Sinnen: Lass einen großen, farbigen Film vor Deinem inneren Auge laufen, dreh den Sound laut (vielleicht läuft im Hintergrund auch der Rocky Soundtrack oder ähnliches), und versetze Dich voll in die Situation, in der Du Dein Ziel schon erreicht hast. Wie fühlt es sich an, wenn Du den Erfolg in der Tasche hast?
    Wenn Du Dir diesen Moment merkst und für Dich abspeicherst (“ankerst”), dann kannst Du Dir Dein Ziel immer dann, wenn Du Motivation brauchst, wieder in Erinnerung rufen.
  3. Leg die nächsten Schritte für Dich fest. Zu jedem Trainingsplan gibt es zwei verschiedene Meinungen und ich bin sicher, das gilt auch für den Plan unseres Box-Champions. Aber Klitschko selbst ist davon überzeugt, dass sein Weg der richtige ist. Und er weiß jederzeit genau, was als nächstes zu tun ist.
    Tu das gleiche: Wenn Du einen Marathon laufen willst, erstelle Dir einen Trainingsplan. Wenn Du Muskulatur aufbauen möchtest, erschaffe Dir einen passenden Workout-Plan und wenn Du Fett verlieren möchtest, dann leg fest, welches Training und welche Ernährung Dich dorthin führt.
    Falls Du Dir nicht sicher bist, wie Du zu Deinem Ziel kommen kannst, hol Dir Unterstützung durch einen erfahrenen Fitness Coach.
  4. Zünde den Nachbrenner. Was wäre, wenn Du Dich in einer nicht so optimalen Situation – also dann, wenn Du eigentlich keine Lust hast Dich aufzuraffen – nicht motivierst? Auch hier machst Du das gleiche wie in Schritt 2 – Du malst Dir am besten ein richtig schönes Worst-Case-Szenario lebhaft in Bildern, Tönen und negativen Gefühlen aus. Und dieses Negativszenario sollte Dich so sehr abschrecken, dass Deinen Hintern zu bewegen das geringere Übel ist.

Einfacher und effektiver ist es normalerweise, wenn Du Dein Propulsion System mit einem Freund oder Coach gemeinsam aufbaust. Es spricht natürlich nichts dagegen, den ersten Schritt auf eigene Faust zu gehen – also los!

Fazit

Wenn Du die vier Schritte befolgst, ist Dein Raketenantrieb fertig entwickelt und startklar. Und das Funktionsprinzip ist das gleiche wie beim ukrainischen Raketenmodell vom Typ “Klitschko”.

Läuft der Countdown für Deinen Raketenantrieb? Schreib doch einen Reisebericht von unterwegs: Wie gut funktioniert diese Strategie für Dich?

Fotos: MarathonFitness.de

Vielen Dank an Nils von McFit für die Einladung zum Presse-Event und Andi von LiveForThePump für den Interview-Mitschnitt.

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Kommentare

  1. Hallo Mark,

    vielen Dank, dass du unserer Einladung gefolgt bist und natürlich für deinen ausführlichen Blogbeitrag. Schön, dass es mit dem persönlichen Klitschko-Foto noch geklappt hat. Ich kann deinen Eindruck von Wladimir nur bestätigen: ein großartiger, motivierender Mensch. Und das schreibe ich nicht nur, weil die Klitschkos unsere Partner sind ;)

    Viele Grüße aus Berlin,

    Nils
    Social Media Team
    McFit GmbH

    • Hallo Nils,

      ja, es wurde wirklich höchste Zeit, dass wir uns mal persönlich kennenlernen – und dann noch in einem so faszinierenden Rahmen! Deinen Bericht über den Tag habe ich übrigens sehr gerne gelesen.
      Gestern entdeckte ich auch den Kurzfilm, den ihr zusammen mit den Klitschkos produziert habt. Sehenswert!

      Viel Erfolg mit dem Cybertraining, sobald ihr damit hier in Hamburg startet, setze ich meine Box-Session gerne (virtuell) mit Wladimir fort. ;)

      Sportliche Grüße,
      Mark

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  1. [...] und über das Boxen spricht, kann man sich bei ‘Live for the pump‘ ansehen. In dem Blogbeitrag von Mark Maslow kann man mehr über die Motivation von Klitschko erfahren und was man für sich selbst und den [...]

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