
Du glaubst, ohne eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio sei effektiver Muskelaufbau nicht machbar? Und wer seine Muskeln so richtig zum Wachsen bringen und einen perfekt definierten Körper bekommen möchte, für den geht am Training mit Hanteln und Geräten kein Weg vorbei? Nun, mit dieser Ansicht bist Du nicht alleine …
Und ich habe eine fantastische Nachricht für Dich: es ist alles viel einfacher, denn diese Ansicht ist falsch.
Tatsächlich gibt es Vielzahl sehr effektiver Muskelaufbau Übungen, die Du überall auf der Welt – ob zu Hause, im Büro oder auf Reisen – durchführen kannst. Alles was Du dazu brauchst, bringst Du bereits mit: Deinen Körper.
Die Vorteile von Übungen mit Körpergewicht
Lass uns die Dinge beim Namen nennen: ein Grund, warum Trainingsgeräte so beliebt sind ist schlicht und einfach – erfolgreiches Marketing. In Zeiten, wo 95 Prozent der Bodenfläche in Fitnessstudios mit Geräten vollgepflastert sind, wird das Training mit dem eigenen Körpergewicht mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt. Zu Unrecht, wie ich finde. Natürlich spricht nichts gegen das Training an Freihanteln oder Kabelzugmaschinen. Aber Übungen mit dem eigenen Körper können mindestens ebenso effektiv sein.
1. Unschlagbare Zeitersparnis
Ich werde häufiger gefragt, welche Übungen bequem von zu Hause durchgeführt werden können. Tatsache ist, wenn das Fitness und Krafttraining nicht unsere einzige Sportart ist, dann kostet alleine die Fahrt zum Fitnessstudio und zurück uns Zeit, die wir besser ins Laufen, Radfahren oder Schwimmen investieren könnten. Ein unschlagbarer Vorteil des Trainings ohne Geräte ist also der Zeitgewinn: fang einfach an, wo auch immer Du gerade bist, und 20-30 Minuten später bist Du durch mit Deinem Workout. Perfekt!
2. Hey, selbst die Promis tun es!
Was unsere Promis tun, kann doch nicht schlecht sein – oder? Bevor Du mir jetzt wiedersprichst, schau Dir unsere durchtrainierte Promi-Szene an: Madonna, Bruce Lee, Damien Walters oder Wassili Iwanowitsch Alexejew, Olympiasieger im Gewichtheben und der zu seiner Zeit wahrscheinlich stärkste Mann der Welt - sie alle trainierten zu einem Großteil mit dem eigenen Körpergewicht. Na gut, vielleicht sind unsere Celebrities nicht immer die besten Vorbilder, aber hinsichtlich des Fitness-Trainings können sie ein gutes Beispiel abgeben.
3. Vielseitige Muskelbeanspruchung
Die meisten Muskelaufbau Übungen an Geräten isolieren nur bestimmte Muskelpartien – damit nutzt Du auch nur einen verhältnismäßig kleinen Anteil Deiner Gesamtmuskelmasse aus. Ganz im Gegensatz zu Übungen mit Körpergewicht: hier nutzt Du einen Großteil Deiner Muskulatur. Die Übungen sind also sehr viel komplexer und ein großer Vorteil ist, dass sie Deine Rumpfmuskulatur (wer will ein Sixpack?) in der Regel sehr stark fordern.
4. Geringes Verletzungsrisiko
Das Schöne an freien Übungen mit dem eigenen Körpergewicht: Sie nutzen in der Regel den natürlichen Bewegungsablauf Deines Körpers aus. Damit sinkt auch das Risiko falscher muskulärer Beanspruchung und Überlastung von Sehnen und Gelenken. Ganz im Gegensatz zu den geführten Geräte-Übungen, bei denen auf Dauer chronische Gelenkprobleme auftreten können. Das ist auch kein Wunder: denk mal daran, wie oft Du die Bewegungen, die Du beim Gerätetraining ausführst, tatsächlich im täglichen Leben durchführst…
5. Bessere Körperbeherrschung
Was bringen Dir Muskeln, wenn Du daherkommst wie ein schwerfälliger Sandsack? Freie Übungen schulen Deine Koordination. Im Ergebnis lernst Du damit Dein wichtigstes Fitness-Tool – Deinen eigenen Körper - immer besser zu beherrschen. Und eine verbesserte Koordination wirst Du auch im Alltag bemerken: sei es beim perfekt ausbalancierten Anheben des Wasserkastens oder beim virtuosen Tanzen beim nächsten Clubabend.
6. Du bist Dein eigenes Fitnessstudio
Kommen wir zu Nummero Sechs wie Sixpack – und der ist ein Selbstgänger: Mach Dein Workout wo Du willst, wann Du willst und ohne eine teure Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Und falls Du nicht auf das Training im Studio und an den Hanteln verzichten möchtest, sind die Übungen mit dem eigenen Körpergewicht eine wertvolle Ergänzung für Dein Workout.
7. Perfektes Krafttraining für Ausdauersportler
Last but certainly not least: ein Großteil der schon genannten Vorteile von Muskelaufbau Training mit eigenem Körpergewicht spricht uns Ausdauer-Athleten an:
- Wir sparen kostbare Zeit, die uns zum Laufen (oder Schwimmen oder Radfahren) bleibt.
- Durch komplexe Muskel-Übungen bauen wir auch unsere tiefliegende Muskulatur auf.
- Wir trainieren durch den Übungsablauf unsere natürlichen Bewegungsketten.
- Die verbesserte Koordination hilft uns, in unserer Sportart effektiver und leistungsfähiger zu werden.
- Prävention: wir vermeiden die sportarttypischen Verletzungen, z.B. das “Runner’s Knee” beim Laufen.
Wie verändere ich die Schwierigkeit von freien Übungen?
Vielleicht hast Du diesen Mythos schon einmal gehört:
“Freie Übungen mit dem eigenen Körpergewicht sind zwar schön und gut, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Du kannst die Schwierigkeit der Übung nicht variieren.”
Es ist wirklich eine Fehleinschätzung, dass Körpergewicht-Training nicht viel Spielraum für Steigerungen und Variation bietet. Die meisten Menschen denken dabei an nur drei Übungen: Liegestütze, Klimmzüge und Sit-Ups.
Zugegeben, die Übungen sind exzellent, aber ist das wirklich alles?
Sicher nicht. Mir fallen auf Anhieb 16 verschiedene Liegestütz- und und 6 Klimmzug-Varianten ein. Und mit etwas Nachdenken und unterstützender Recherche kommt man leicht und locker auf deutlich über 100 Kraftübungen, die mit dem eigenen Körpergewicht durchgeführt werden können. Ich behaupte, die Variationsmöglichkeiten werden nur durch Deine Kreativität begrenzt.
Diese schier unendliche Variantenvielfalt stellt ein großes Potenzial für Muskelwachstum dar: wenn Dein Trainingserfolg einmal stagniert, variierst Du einfach eine Übung – z.B. die Stellung der Hände oder Beine beim Liegestütz – und schon triggerst Du einen neuen Wachstumsreiz.
Hier sind vier einfache Möglichkeiten, wie Du die Schwierigkeit einer Übung ohne Zusatzgewichte verändern kannst:
- Vergrößere oder verkleinere den Winkel (z.B. erhöhte Füße oder Hände beim Liegestütz).
- Führe die Übung auf einem instabilen Untergrund durch (z.B. Wackelbrett).
- Pausiere in der Übungsausführung – entweder zu Beginn, in der Mitte oder am Ende der Bewegungsamplitude.
- Mach aus einer beidseitigen Übung eine einseitige – oder Umgekehrt (z.B. Einbein-Kniebeuge)
Fazit
Deine Fitness sollte nicht von Hanteln, Tools und Ausrüstungsgegenständen abhängen – sondern nur von Dir selbst. Also befreie Dich von dem Zwang, fürs Krafttraining immer ins Studio rennen zu müssen: back to nature, heißt die Devise!
Habe ich Dein Interesse für das Training mit dem eigenen Körpergewicht geweckt? Dann kannst Du Dich auf einen der nächsten Artikel freuen – dann gibt es den ersten vollständigen Trainingsplan, für den Du nur zwei Dinge benötigst: Deinen Körper und … Zugriff auf diese Seite.
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Schöner Artikel. Wenn ich im Urlaub bin und in dieser Zeit nicht trainieren kann, nutze ich zum Beispiel Eigengewichtübungen wie Liegestütz. Das verhindert einen Muskelverlust während des Urlaubs. Ich freue mich schon auf den Trainingsplan
Danke, freut mich! Der Tipp mit dem Liegestütz ist gut, diese Übung können wir wirklich ÜBERALL mit hinnehmen – selbst auf die eigene Hochzeit.
Teil 1 des Weight-Free-Workouts ist schon online: http://wp.me/p2kWD6-q5. Enjoy!
Immer wieder schön, auf deiner Seite zu stöbern!
Sag ich ja immer, eigentlich braucht man nur sich selbst für schöne und definierte Muskeln. Ich liebe aber zusätzlich meinen Medizinball. Den kann man auch so schön vielseitig einsetzen.
Vielen Dank, Din!
Der Medizinball ist in der Tat ein fantastisches Fitness-Tool. Welches ist Deine Lieblingsübung damit?
Hi Mark,
super Artikel, ich habe diese Übungen völlig aus den Augen verloren. Jetzt sind sie wieder da, werde das im nächste Urlaub umsetzen
Gruss Oli
Hi Oli,
freut mich!
Viel Erfolg beim Training,
Mark