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Die Wahrheit über Süßstoffe: Sind Stevia, Aspartam & Co. schädlich oder ungesund?

Süßstoffe sind schädlich, Süßstoffe sind ungesund, Süßstoffe lösen Nebenwirkungen wie Durchfall aus – stimmt das wirklich?

Sind Süßstoffe vielleicht nur etwas für Diabetiker?

Fakt ist: in vielen Sportprodukten wie Proteinpulvern, Riegeln und Sportgetränken sind Süßstoffe enthalten. Fakt ist, mehr als 1.000.000.000 Menschen verwenden Süßstoffe täglich. Und Fakt ist auch, dass über wenige Lebensmittelzusätze so viel und emotional diskutiert wird, wie über Süßstoffe.

Aus Büchern, TV-Sendungen, Foren, Zeitungen und Zeitschriften erfahren wir wahlweise zwei gegensätzliche Aussagen:

  • Süßstoffe regen den Appetit an und machen dick, werden in der Schweinemast eingesetzt, verursachen Durchfall und sind krebserregende Chemie.
  • Mit Süßstoffen kann Zucker kalorienfrei ersetzt werden, daher machen sie schlank. Gesundheitlich sind Süßstoffe unbedenklich.

Welche Aussage stimmt und welche gehört nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen in das Reich der Mythen, Märchen und Unwahrheiten? In das Dickicht der paradoxen Behauptungen möchte ich im Folgenden mehr Klarheit bringen und die tatsächlichen Vor- und Nachteile von Süßstoffen in der Ernährung herausstellen – auf Basis aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse.

Was sind Süßstoffe?

Süßstoffe dienen als Ersatz für Zucker, genauer Saccharose – das ist der handelsübliche weiße Haushaltszucker, der aus Zuckerrüben gewonnen wird. Einige Süstoffe werden synthetisch hergestellt, andere entstammen der der Natur. In der EU gibt es inzwischen 10 zugelassene Süßstoffe, die allesamt eine sehr hohe Süßkraft besitzen. Der potenteste Süßstoff Neotam besitzt mehr als die 10.000-fache Süßkraft von Zucker. Süßstoffe werden oft kombiniert, um ein möglichst “authentisches” Geschmackserlebnis zu erzielen. Oft erhöht sich auch die Süßkraft durch eine Kombination von mehreren Süßstoffen.

Süßstoffe haben keine oder nahezu keine Kalorien, d.h. unser Körper kann sie gar nicht oder nur im sehr geringen Umfang verwerten. Damit unterscheiden sie sich von den so genannten Zuckeraustauschstoffen, die sehr wohl Kalorien enthalten und üblicherweise auch eine ähnliche Süßkraft wie Zucker besitzen. Fruchtzucker (Fructose) gehört beispielsweise zu den Zuckeraustauschstoffen.

Eine Süßstoff-Zeitreise in 10 Akten

Es war einmal, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, genauer 1885, da entdeckte der deutsche Lebensmittelchemiker Constantin Fahlberg das Saccharin, den heute ältesten künstlichen Süßstoff. Als es um 1900 auf den Markt kam, protestierten sowohl Landwirtschaft als auch Zuckerindustrie heftig. Mit Erfolg: Saccharin durfte nur in Apotheken auf Rezept an Diabetiker verkauft werden. Die freie Verwendung und der Import von Saccharin standen unter Strafe. Seit dieser Zeit floriert auch die Gerüchteküche über die Schädlichkeit von Süßstoffen – ob diese Gerüchte von Interessenvertretern gestreut wurden sei dahingestellt. Ein Großteil dieser Gerüchte hält sich, obwohl längst widerlegt, noch immer hartnäckig.

In der EU sind insgesamt 10 Süßstoffe zugelassen:

  1. Acesulfam-Kalium (E-950), synthetisch, 130-200x süßer als Zucker, entdeckt 1967
  2. Aspartam (E-951), synthetisch, 200x süßer als Zucker, entdeckt 1965
  3. Aspartam-Acesulfam-Salz (E-962), synthetisch, 350x süßer als Zucker, zugelassen 2005
  4. Cyclamat (E-952), synthetisch, 30-50x süßer als Zucker, zugelassen 1963
  5. Neohesperidin-Dihydrochalcon (E-959), natürlich, 400-600x süßer als Zucker, entdeckt 1963
  6. Neotam (E-961), synthetisch, 7.000-13.000x süßer als Zucker, zugelassen 2010
  7. Saccharin (E-954), synthetisch, 300-500x süßer als Zucker, entdeckt 1878
  8. Sucralose (E-955), synthetisch, 600x süßer als Zucker, zugelassen 2004
  9. Steviosid (E-960), natürlich, 250-300x süßer als Zucker, zugelassen 2011
  10. Thaumatin (E-957), natürlich, 2.000-3.000x süßer als Zucker, zugelassen 1996

Fakten: Die Wahrheit über Süßstoffe

Jetzt lass uns etwas Klarheit in die Sache bringen und mit sechs hartnäckigen Mythen aufräumen.

1. Mythos: Süßstoffe sind krebserregend

Fakt ist, wir können davon ausgehen, dass heutzutage jeder Bürger eines westlichen Landes künstliche Süßstoffe, wenn auch teilweise unbewusst, verwendet. Eine mögliche krebserregende Wirkung hätte dramatische Auswirkungen auf die Gesundheit ganzer Bevölkerungen. Zu diesem Thema wurde inzwischen eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien durchgeführt mit dem Ergebnis dass keiner der in der EU zugelassenen Süßstoffe das Krebsrisiko messbar beeinflusst (vgl. z.B. Bosetti 2009, Gallus 2006, EFSA 2009).

Ausnahme Stevia

Ich klammere hier bewusst den erst kürzlich zugelassenen Süßstoff Stevia aus. Hier gibt es Studien, die ein mögliches Krebsrisiko andeuten. Auch soll Stevia in Südamerika von Männern als Verhütungsmittel eingesetzt werden, da es – auch dies deuten Studien an – die Zeugungsfähigkeit von Männern beeinflussen könnte.

Wenn Du auf Nummer Sicher gehen möchtest, warte mit dem hemmungslosen Stevia-Konsum noch etwas ab bis es eine wissenschaftlich gesicherte Aussage bzgl. Stevia gibt. Dir bleiben 9 andere Süßstoffe zur Auswahl.

2. Mythos: Aspartam ist ungesund

Aspartam wurde in den letzten Jahren immer wieder hinsichtlich möglicher Gesundheitsrisiken und Nebenwirkungen diskutiert. Fakt ist, keine dieser Behauptungen hielten wissenschaftlichen Studien stand: Aspartam ist sicher. Derzeit gibt es keine seriösen Studien, die zu anderen Ergebnissen kommen.

Einen Nachteil besitzt Aspartam jedoch: es zersetzt sich unter Hitze und verliert seine Süßkraft. Daher sollte der Süßstoff nur in der kalten Küche und nicht zum Kochen oder Backen verwendet werden.

Auf vielen Produkten, die Aspartam enthalten, findet man auch den Hinweis “enthält eine Phenylalaninquelle”. Was genau bedeutet das? So lange Du nicht zu den Menschen gehören, die unter der Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie leiden, kannst Du diesen Satz getrost überlesen. Phenylketonurie ist eine Erbkrankheit, die etwa jeder 8.000ste Mensch in Deutschland in sich trägt.

Nach wie vor finden sich zahlreiche urbane Legenden im Internet. Die Gerüchte sind vielfältig: Aspartam begünstige Multiple Sklerose, chronische Müdigkeit, Gehirntumore, Diabetis und viele mehr. Die Gerüchte halten sich so hartnäckig, dass sie im wissenschaftlichen Forum “The Lancet” zum Forschungsgegenstand wurden. Das Ergebnis der Studie, bei der insgesamt 6000 Webseiten einbezogen wurden: Nahezu sämtliche Information über Aspartam sei entweder anekdotischer Natur, entstamme anonymen Quellen oder sei wissenschaftlich nicht haltbar.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) veröffentlichte außerdem bereits 1998 eine Studie, die die Sicherheit von Aspartam belegt. Die Schlussfolgerung der Forscher:

Even daily large doses of the high-intensity sweetener aspartame, also known as NutraSweet, had no adverse effect on study subjects’ health and well-being, a visiting scientist at MIT reported in the American Journal of Clinical Nutrition last week.

“We conclude that aspartame is safe for the general population,” said Paul A. Spiers, visiting scientist in the Clinical Research Center (CRC).

3. Mythos: Süßstoffe verursachen Durchfall

Dieser Mythos wurde vermutlich von Menschen aufgebracht, die die Begriffe “Süßstoff” und “Zuckeraustauschstoff” in einen Topf geworfen haben. Tatsächlich ist es so, dass Zuckeraustauschstoffe wie Isomalt, Sorbit, Sylit und Mannit zu Verdauungsproblemen führen können. Süßstoffe selbst lösen jedoch keine Blähungen und Durchfall aus.

Probleme mit Süßstofftabletten können allerdings Menschen mit einer Laktoseintoleranz bekommen, da sie zusätzlich zum Süßstoff Milchzucker (Laktose) enthalten.

4. Mythos: Süßstoffe werden in der Tiermast verwendet

Da hat wahrscheinlich jemand nicht genau hingesehen, das kann passieren wenn Nichtexperten sich mit einem solchen Thema beschäftigen. Professor Dr. Edgar Schulz, der die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft vertritt, betont jedenfalls, dass Süßstoffe zwar dem Futter für Kälber und Ferkel zugesetzt werden. Allerdings ist das Ziel hier nicht die Mast (die kommt später), sondern um ihnen den Übergang zum regulären Futter nach dem Absetzen der Muttermilch zu vereinfachen.

Das Futter in der später beginnenden Mastphase ist völlig frei von Süßstoffen.

5. Mythos: Süßstoff ist perfekt zum Abnehmen

Nehmen wir an, der Durchschnittsdeutsche ersetzt Zucker durch Süßstoff. Damit würde er pro Tag ca. 400 Kcal sparen, macht im Jahr 150.000 Kcal – das entspräche 20 kg. Leider ist es nicht so einfach und unser Körper ist ein sensibles System. Alleine das Ersetzen von Zucker durch Süßstoff – ohne Umstellung der Ernährung – führt in der Regel nicht zum gewünschten Erfolg. Im Gegenteil sehen viele Menschen Süßstoffe als Freifahrtschein zur Völlerei – und nehmen zu.

Wenn Du Fett abbauen möchtest, kommst Du um eine Ernährungsumstellung nicht herum.

6. Mythos: Süßstoffe sind pure Chemie

Nicht alle Süßstoffe sind künstlich: Thaumatin ist ein Extrakt der Katemfe-Frucht, Neohesperidin-Dihydrochalcon wird aus den Schalen von Bitterorangen gewonnen. Auch Stevia ist ein pflanzlicher Süßstoff.

Fazit

Sind Süßstoffe also gesundheitsfördernd? Die Tatsache, dass die in der EU zugelassenen Süßstoffe mit Fug und Recht als sicher gelten können, heißt noch nicht, dass sie auch die Gesundheit fördern. Tatsache ist, es handelt sich zum großen Teil um künstliche, synthetische Stoffe, die wir nicht im Übermaß zu uns nehmen sollten.

Am gesündesten ist es noch immer, so weit wie möglich auf Fabrikprodukte zu verzichten und natürliche Lebensmittel zu verzehren. Wenn Du Dich nach dem Low-Carb Prinzip ernährst, oder die auf die Zucker-Kalorien, nicht aber auf Süßes verzichten möchtest, sind Süßstoffe eine gute Alternative.

Den neu zugelassenen Süßstoff Stevia empfehle ich aufgrund der uneinheitlichen Forschungslage derzeit nicht. In einigen Jahren wird es hierzu ein klareres Bild geben.

Welche Erfahrungen hast Du mit Süßstoffen gemacht? Welche Produkte verwendest Du selbst? Oder verzichtest Du bewusst vollständig auf Süßstoffe?

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Kommentare

  1. Eine gute Zusammenfassung! Ein weiterer Aspekt ist, dass Süßstoffe den Körper, speziell das Gehirn, täuschen, das durch den süßen Geschmack glaubt, etwas Süßes zu bekommen und durch die Süßstoffe verwirrt wird. Das ist auf Dauer natürlich nicht gut. Auf jeden Fall gilt: eine gesunde Ernährung braucht keine Süßstoffe, da ist wenig Zucker bei Bedarf vorzuziehen…

    • markmaslow meint:

      Danke für das Lob, Katharina! Und schön, Dich als professionelle Ernährungsberaterin zu Gast zu haben.
      Ich stimme Dir zu, die Natur gibt uns grundsätzlich alles was wir für ein fittes und gesundes Leben brauchen: je weniger industriell verarbeitet ein Lebensmittel ist – desto besser.

  2. Interessante Zusammenfassung. Wie dem aber auch sei – Süßstoffe gibt es nur bei ganz großen Ausnahmen. Also bei Heißhunger auf eine Pepsi zum Beispiel, ansonsten kommt mir das nicht ins Haus! Dafür finde ich aber Stevia eine probate Alternative und zum Backen finde ich Xylit ganz gut, wenn es dann doch mal etwas Süßes sein sollte.

    • Danke für Deine Meinung und Erfahrungen, Din!

      Ich mag den Gedanken, so weit wie möglich natürliche und unverarbeitete Lebensmittel zu essen. Die Ausnahme, die ich mache, ist Proteinpulver – wenn’s mal schnell gehen soll, z.B. nach dem Training. Auch da gibt’s natürlich für alle, die auch auf Geschmack verzichten können, Alternativen ohne Süßstoff…

  3. Dr. Mangold meint:

    2 Anmerkungen zu Ihrem Bericht:

    Aspartam und auch sonstige Süßstoffe stehen sehr wohl im Verdacht Krankheiten auszulösen und Krebs zu fördern. Hierzu gibt es ebenfalls etliche Forschungsberichte. Ich empfehlen meinen Patienten keine Süßstoffe.

    Stevia hingegen ist ein Naturprodukt und wird seit über 2000 Jahren verwendet – ohne bekannte Nebenwirkungen.

    Fazit:

    Alles Süßstoffe sind pure Chemie, toxologisch und nicht für den Menschen geeignet. Diese werden erst seit ca. 50 Jahren am Menschen getestet mit sehr unterschiedlichen aber auch beunruhigenden Ergebnissen.

    Stevia ist eine Pflanze und seit 2000 Jahren in der Versuchsphase.

    Gruss
    Dr. Mangold

    • Hallo Dr. Mangold,

      danke für Ihren Kommentar!

      Es stimmt, dass sich das Gerücht über eine mögliche Negativwirkung von Aspartam noch immer hält. Trotz zahlreicher Studien, bei denen z.T. im Labor extrem hohe Dosen Süßstoff verwendet wurden, konnte meines Wissens bisher kein Zusammenhang zwischen Krebs und Aspartam nachgewiesen werden.

      Auch zu Stevia gibt es ja unterschiedliche Meinungen – und deutlich weniger wissenschaftliche Untersuchungen.

      Ich stimme mit Ihnen überein: Süßstoffe sind nicht notwendig für eine ausgewogene und gesunde Ernährung.

      Eine interessante Ergänzung ist die Stellungnahme der US und EU Gesundheitsbehörden zu Aspartam:

      “The Food and Drug Administration (FDA) regulates the use of aspartame and other artificial sweeteners in the United States. In 2007, the FDA stated:

      Considering results from the large number of studies on aspartame’s safety, including five previously conducted negative chronic carcinogenicity studies, a recently reported large epidemiology study with negative associations between the use of aspartame and the occurrence of tumors, and negative findings from a series of three transgenic mouse assays, FDA finds no reason to alter its previous conclusion that aspartame is safe as a general purpose sweetener in food.

      The European Food Safety Authority (EFSA) assesses the safety of sweeteners such as aspartame in the European Union. According to a 2009 report from its Panel on Food Additives and Nutrient Sources Added to Food:

      Overall, the Panel concluded, on the basis of all the evidence currently available… that there is no indication of any genotoxic or carcinogenic potential of aspartame and that there is no reason to revise the previously established ADI for aspartame of 40 mg/kg [body weight].”

      Unter anderem deswegen halte ich Aspartam für unbedenklich.

      Jedem, der Bedenken hat, empfehle ich auf Süßstoffe zu verzichten.

      Mein Ziel ist es, eine möglichst balancierte Darstellung darzustellen, damit mein Leser eine informierte Entscheidung treffen kann.

      Daher bin ich Ihnen für Ihre kritische Anmerkung dankbar, die zeigt, dass es auch hier sehr unterschiedliche Meinungen gibt!

      Viele Grüße,
      Mark

  4. Chatman40 meint:

    Zur Vorbereitung einer Dünndarmspiegelung wird vom Arzt als abführendes Mittel Süßstoff zur kompletten Darmentleerung verabreicht. Diesen Beutel löst man in warmem Wasser und trinkt dies ab 4.00 morgens. Und es wirkte eexzellent – wohlgemerkt reiner Süßstoff. Ich weiß nur leider nicht mehr, welcher bekannte Süßstoff das war.

    • Hi Chatman40,

      danke für Deinen Kommentar.

      An dieser Stelle ist mir der Unterschied zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen ganz wichtig!

      Zuckeraustauschstoffe wirken im Gegensatz zu Süßstoffen abführend. Zuckeralkohole wie Mannitol, Sorbit, Lactose und Lactulose sind gängige Abführmittel. Ich kann mir gut vorstellen, dass einer dieser Stoffe bei Dir zum Einsatz gekommen ist.

      Zuckeraustauschstoffe können in der Tat Durchfall verursachen und werden – wie vermutlich auch in Deinem Fall – als Abführmittel verkauft.

      Sportliche Grüße,
      Mark

  5. Diese Studie bezüglich Aspartam aus dem Jahr 1998… “This work was supported by a grant from the NutraSweet Co.”

    Jetzt muss man sich nur noch überlegen wer oder was NutraSweet ist und schon wird es viel interessanter. Unwichtig finde ich diese Information auf jeden Fall nicht.

  6. Hermann meint:

    Hallo Mark,

    ein kleiner Kommentar zu folgendem Abschnitt:
    –Zitat–
    1. Mythos: Süßstoffe sind krebserregend

    Fakt ist, wir können davon ausgehen, dass heutzutage jeder Bürger eines westlichen Landes künstliche Süßstoffe, wenn auch teilweise unbewusst, verwendet. Eine mögliche krebserregende Wirkung hätte dramatische Auswirkungen auf die Gesundheit ganzer Bevölkerungen.
    –Zitat ende ——

    soweit ich weiß haben wir doch schon eine hohe Anzahl von Krebserkrankungen in Deutschland:
    http://www.rp-online.de/gesundheit/news/krebsrate-in-deutschland-erschreckend-hoch-1.2331177
    Die Frage ist natürlich in welchem Umfang und ob überhaupt Süßstoffe daran beteildigt sind und das kann ich auch nicht beantworten.
    Der Punkt auf den ich hinaus möchte ist das es von dem was ich gehört habe viele Krebsfälle gibt bei ungeklärt bleibt wo die Erkrankung Ihre Ursache hat. Und Krebs scheint sich schon wie eine Epedemie auszubreiten. Von daher halte ich es etwas schwierig von vorne herein auszuschließen das Süßstoffe etwas damit zu tun haben.
    Wie dem auch sei, ich persönlich versuche Süßstoffe zu meiden. Offensichtlich schaden sie in geringen Mengen nicht und deswegen sehe ich es aber auch nicht ganz so eng…

    Eine kritische Doku über Aspartam hab ich vor einer Weile bei Arte gesehen ( “Unser täglich Gift”)

    In jedem Falle wieder ein Interresanter Artikel von dir. Danke!
    aspartamfreie Grüße,
    Hermann :-)

    • Hallo Hermann,

      danke für Deinen Kommentar und das Lob.

      Ich finde Deinen kritischen Ansatz gut.

      Ein Großteil der Zivilisationskrankheiten, dazu zähle ich auch viele Krebserkrankungen, beruht nach meiner persönlichen Einschätzung auf einer “nicht artgerechten” Ernährung. Ich mag den Gedanken zu Fragen, wovon wir Menschen uns vor 1.000-10.000 Jahren ernährt haben, als wir unsere Nahrung noch selbst “Jagen & Sammeln” mussten – das sind nur 30-300 Generationen. Fakt ist, dass sich unsere Ernährung seitdem radikal verändert hat, wir aber im Großen und Ganzen noch genauso als Lebewesen funktionieren.

      Passen Süßstoffe in diesen Glaubenssatz? Eher nicht. Daher kann ich Deine Sichtweise gut verstehen und auch wenn ich Süßstoffe wie Aspartam oder Sucralose selbst in Maßen konsumiere, bin ich ebenso bemüht, diese möglichst zu vermeiden.

      Zweite Frage: passt raffinierter Zucker in diesen Glaubenssatz? Nein. Ich persönlich halte Zucker für schädlicher als Süßstoffe, hierzu gibt es auch interessante Studien, z.B.: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/kolorektales-karzinom/article/820046/kanadische-studie-krebs-folge-glykaemischer-last.html (Wenn’s Dich interessiert, google mal nach “Zucker Krebs”.)

      Im Gegenzug können sich bestimmte Tumoren zurückbilden, wenn Krebspatienten gänzlich auf Kohlenhydrate und insbesondere Zucker verzichten (“Ketogene Ernährung”).

      Ich stehe nicht für absoluten Verbote oder Gebote – mir geht es um eine balancierte Sichtweise. Zu beiden Themen, Süßstoffen wie Aspartam und Kohlenhydraten bzw. Zucker und deren Zusammenhang mit Krebs wird es in den nächsten 10 Jahren sicher weitere, hochinteressante Forschungsergebnisse und hoffentlich mehr Klarheit geben.

      Mein Ziel mit diesem Artikel war es, einen aktuellen Stand zu vermitteln, da ich oft verunsicherte Fragen zum Thema Süßstoff bekomme. Die intensive und kontroverse Diskussion hier in den Kommentaren freut mich sehr – denn sie zeigt, dass es ein wichtiges Thema ist und durchaus verschiedene Sichtweisen gelten können.

      Hermann, mein Proteinpulver ist derzeit das einzige Lebensmittel mit Süßstoff, das ich konsumiere. Und da ist Sucralose drin. Daher …

      Sportliche – aspartamfreie – Grüße zurück,

      Mark

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